Schule und Bildung

Freier Zugang zu Informationen und Bildung

Bildung ermöglicht eine fundierte Teilhabe an der Gesellschaft, da dieser Begriff sowohl für kritisch hinterfragtes Wissen als auch für mündige Kompetenz steht. Der Erwerb von Informationen und Methoden, das Verstehen von Zusammenhängen und Hintergründen sowie die Fähigkeit zur Kritik und die Option dies durch praktische Anwendung zu vertiefen, gibt dem modernen Menschen in unserer Gesellschaft die Mittel an die Hand, die nötig sind, sich und sein Leben zu gestalten. Dies jedem Menschen anbieten zu können und ihn nach seinen eigenen Möglichkeiten und persönlichen Wünschen zu fördern, damit er ein freies und selbstbestimmtes Mitglied der Gesellschaft wird, ist mir ein grundsätzliches Anliegen.

Bildung ist mehr als Schule. Viele städtische Aufgaben fallen ebenfalls unter diesen Begriff. Erfahrungs- und Entfaltungsräume für Jugendliche sind allerdings überall zuletzt verstärkt dem Sparzwang zum Opfer gefallen. Dabei ist Bildung - auch jenseits formaler Schul- und Berufsbildung - eine der effektivsten Investitionen in die Zukunft. - Rainer Wermelt

Die Piraten wollen freien Zugang zu Informationen und Bildung für alle ermöglichen: Lehrmittel sollen kostenfrei sein und bevorzugt unter freier Lizenz zum Einsatz kommen. Ausbau des Breitbandnetzes für flächendeckend schnelles Internet. Freifunkangebote überall innerhalb der Städte und Gemeinden. Der Forderung nach einem neuen Schulfach "Medienkompetenz" schließe ich mich an. Längere Betreuungszeiten in Kitas. Ich will öffentlichen Raum für Kunst zur Verfügung stellen, und multikulturelle Begegnungen mit Künstlern zu ermöglichen.

 

Frühkindlicher Bildung

Generell unterstütze ich eine frühkindliche Bildung. An Bildungsangeboten müssen Kindern und Jungendliche früh teilhaben können. Nur so haben sie ausreichend Chancen für ihren zukünfigten Lebensweg. Der Besuch einer vorschulischen Einrichtung kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder in der Grundschule leichter lernen und sich besser in einer Gruppe zurechtfinden. Die Kinderbetreuung darf dabei nicht vom Wohnort abhängig sein.

Gebührenfreie Kindergärten

Ich will mich dafür einsetzen, dass mindestens die letzten 3 Jahre vor der Einschulung gebührenfrei gestellt werden. Hierdurch sollen sozial schwächere Familien unterstützt werden, sowie sollen Kinder aus nicht deutschsprachigen Familien so gefördert werden, dass bis zur Einschulung eventuelle sprachliche Barrieren abgebaut sind. Auch soll bereits im Vorschulalter der frühzeitige Spracherwerb gefördert werden.
Gleichzeitig können Kindergärten, Kinderkrippen und andere Kindertagesstätten maßgeblich zur Entlastung berufstätiger Eltern beitragen und es manchen Eltern überhaupt erst ermöglichen einen Beruf auszuüben.

Neueinstellungen

Ich möchte mehr Neueinstellungen in der frühkindlichen Bildung und der Jugendhilfe anregen, um einem zu erwartenden Personalmangel durch den demografischen Wandel, die Pensionierungswelle und den Krippenausbau frühzeitig entgegen zu wirken.

Zusammenarbeit Kitas und Grundschulen

Um den Übergang zwischen Kita und Schule für die Kinder zu erleichtern, möchte ich die schon vorgeschriebene Zusammenarbeit forcieren und verbessern, sodass z.B. gemeinsame Vorschulkonzepte entstehen, oder rechtzeitig ausgiebige Übergangsgespräche zwischen Lehrern und Erziehern (evtl. Eltern) stattfinden.

 

Freie, kommunale Bildungspolitik

Für ein freies Bildungssystem

Die Aktuelle Situation an Schulen und Hochschulen entspricht nicht meinen Vorstellungen von Bildung in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Ich sehe Bildung als unabdingbares Menschenrecht und fordern Chancengleichheit und den freien Zugang zu Informationen und Bildung für alle Menschen sowie eine demokratische Organisation der Lehr- und Lerneinrichtungen. Ich fordere einen massiven Ausbau der Investitionen ins Bildungssystem und die Gewährleistung freien, selbstbestimmten Lernens im gesamten Bildungsweg. Der Kreis und die Städte und Gemeinden kommen hier als Träger der Schulen in vielen Bereichen eine verantwortliche Rolle zu.

Zugang zu Bildung verbessern

Der freie Zugang zu Information, Bildung, Ausbildung und Weiterbildung ist für die Gesellschaft und eine starke Demokratie dringend notwendig und eine der wichtigsten Ressourcen und Investitionen in die Zukunft. Er ist daher im Interesse aller und es ist vordergründige staatliche Aufgabe eine gute und moderne Bildungsinfrastruktur zu finanzieren und jedermann frei und kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Der Zugang zu Bildung ist aktuell entgegen aller Lippenbekenntnisse stark eingeschränkt und für viele Menschen unmöglich. Viele Menschen können ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen, viele müssen Schule oder Studium vorzeitig abbrechen. Gründe verschiedenster Art, wie Kindererziehung, soziales Engagement, Selbstfinanzierung und/oder familiäre, bzw. persönliche Schwierigkeiten erschweren Bildung und Studium. Die Investitionen inskommunale Bildungssystem müssen daher aufgestockt und Lernende in schwierigen Lagen auch von der Kommune unterstützt werden.

Lehr- und Lernmittelfreiheit und Open Access!

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit besteht die Möglichkeit unser komplettes Wissen zu sammeln, zu speichern und für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Gerade im Bereich der Schulen bieten sich hier ungeahnte Möglichkeiten. Leider werden diese stark beschnitten. Ich fordere die Kommunen auf sich für eine vollständige Lern- und Lehrmittelfreiheit für Nordrhein Westfalen einzusetzen bzw. diese von Land einzufordern.
Die Verwendung und das Schaffen von freien Werken zur Vermittlung von Wissen müssen von Land und Kommunen unterstützt und ausgebaut werden. Freie Werke sind nicht nur kostenfrei im Unterricht einsetzbar, sondern ermöglichen dazu dem Lehrenden ohne rechtliche Hürden die Lernmittel auf seinen Unterricht anzupassen. Alle in den Bibliotheken bereitstehenden Bücher und Zeitschriften sollen, auch in digitaler Form, für die Studierenden und Mitarbeiter frei zugänglich und verfügbar sein. Das Problem nicht bereitstehender oder auch nicht auffindbarer Bücher würde damit gelöst.

Freie Software in der Lehre

Ich fordere den Einsatz offener Software auch in der Lehre. Software verkörpert Wissen, und wir wollen nicht länger Millionen an Steuergeldern für geschlossene und intransparente Systeme ausgeben. Mit der Förderung und dem Einsatz von offener Software will ich für Transparenz an den Schulen und für Erweiterbarkeit der Systeme durch Interessierte sorgen. Freie Software muss Lernenden und Mitarbeitern an jedem Schulrechner angeboten werden. Bei der Neuanschaffung von Programmen oder dem Neuaufbau von Systemen und Datenbanken möchte ich, dass Open-Source-Lösungen eingesetzt werden. Ich lehne die Anschaffung proprietärer Software bei existierenden Open-Source-Alternativen grundsätzlich ab. Schüler dürfen nicht zur Nutzung oder gar zur Anschaffung bestimmter proprietärer Software genötigt werden, genauso wenig wie Mitarbeiter. Umfassende Kooperationsverträge mit Software-Monopolisten lehne ich ab.

Freie Schulungsunterlagen ("Open Courseware")

Kooperation fördert eine bessere Lehre, eine Wissensgesellschaft ist möglich. Ich fordere  die Einrichtung einer Online-Plattform mit freien und kostenlosen Lehrmaterialen für Kindergärten, Schulen sowie Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Durch die Möglichkeit des kollaborativen Editierens sollen diese stets aktuell gehalten und weiterentwickelt werden können.

Schulen demokratisieren

Bildungseinrichtungen sind für SchülerInnen und StudentInnen ein prägender und umfassender Teil des Lebens. Sie sind deswegen als Lebensraum der Lernenden zu begreifen, der durch sie mitbestimmt werden muss. In Schulen müssen SchülerInnen ein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihres Schulalltags haben. Demokratische Werte müssen vermittelt und vor gelebt werden, um die Akzeptanz der Entscheidungen zu erhöhen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und selbstbestimmtes Lernen im ausreichenden Maße zu ermöglichen. Ich fordere eine grundlegende demokratische Organisation der Schulen.

Finanzierung von privaten Bildungseinrichtungen

Eine private Finanzierung öffentlicher Bildungseinrichtungen muss stets kritisch hinterfragt werden. Ein Einfluss auf Lehrinhalte muss ausgeschlossen sein. Einer Kommerzialisierung von Schulen stelle ich mich entschieden entgegen. Exzellenzinitiativen will ich kritisch überprüfen, damit nicht in Konkurrenz um Fördergelder nur noch Wenige gute Lehre leisten können.
Private Bildungseinrichtungen, die öffentlich gefördert werden, müssen von der Allgemeinheit kostenlos besucht werden können. Sie müssen in allen Belangen den öffentlichen Schulen gleichgestellt werde und dürfen für den Besuch der Schule keine Gebühren erheben. Auch Diskriminierungen nach Konfessionen sind zu unterbinden. Öffentlich geförderte Bildungseinrichtungen müssen zur Transparenz verpflichtet werden. Das gilt sowohl für Geschäftsergebnisse als auch die Verwendung der Fördermittel.

Schulnamen demokratisch vergeben

In der Vergangenheit wurden Schulnamen in wenig demokratischen Verfahren vergeben. Daher möchte ich, dass Schulen selbst in Konferenzen mit Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern und Schülern die Namensgebung ihrer Schule im Konsens finden. Die Benennung von Schulen nach wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmern oder Unternehmen sehe ich kritisch. Einen Ausverkauf von Schulnamen aus kommerziellen Interessen lehnen wir ab.

Keine Bundeswehr an Schulen

Als Pirat lehne ich Werbeveranstaltungen der Bundeswehr an Schulen grundsätzlich ab. Wird ein Angehöriger der Bundeswehr im Rahmen des Unterrichts eingeladen, ist zwingend für entsprechende Ausgewogenheit zu sorgen, z. B. durch Hinzuziehen eines bundeswehrkritischen Referenten.

Ganztagsschulen

Mit den vorhandenen Angeboten in Sachen Ganztagsschule ist der Kreis trotz Weichenstellungen der rot-grünen Landesregierung noch nicht familienfreundlich. Als Pirat möchte ich mich für eine zeitnahe Erweiterung des Ganztagsangebots im gesamten Kreis Coesfeld einsetzen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Erst mit flächendeckenden offenen, freiwilligen Ganztagsangeboten ist gewährleistet, dass jeder Schüler, egal an welchem Ort, unabhängig vom Grad der Begabung individuell gefördert werden kann. Dazu sollen die Schulen selbst Förderangebote in Eigenverantwortung entwickeln. Die dafür benötigten Gelder und Stellen müssen vermehrt beim Ministerium eingefordert werden.

Vernetzung von Vereinen und Schulen

Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen / Kitas sollen erleichtert und gefördert werden, sodass die Vereine von den Ressourcen der Schule und umgekehrt profitieren können (Räumlichkeiten, Nachmittagsangebote, gemeinsame Materialanschaffung etc.). Hier sollte eine Plattform geschaffen werden, die die Kommunuikation und die Kontaktaufnahme erleichtern soll (z.B. Public Space Server).

Weiterführende Schulen, berufliche Bildung und Weiterbildung

Als Pirat mache ich mich für die weiterführenden allgemeinbildenden und beruflichen Schulen stark. Durch die flächendeckende Chance auf einen weiterführenden Bildungsabschluss soll das Qualifikations- und somit auch das Einkommensniveau im Kreis auch langfristig gehalten werden. Ich verfolgen dabei das Ziel der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung und der Gleichberechtigung von Staats- und Privatschulen bei Finanzierung, materieller und personeller Ausstattung. Dafür will ich mich beim Kreis einsetzen. Ein fairer Wettbewerb zwischen den Schulen wirkt sich positiv auf die Qualität der Lehre und der Abschlüsse aus.

 

Inklusion und Barrierefreiheit

Die Piratenpartei unterstützt genau wie ich die Inklusion und Barrierefreiheit an Schulen. Wir sind der Meinung, dass die gemeinsame Beschulung aller Kinder, ob mit oder ohne Einschränkungen, möglich ist, und setzen uns daher dafür ein, dies an immer mehr Schulen im Kreis durch entsprechende Mittel, behinderungsspezifisch bzw. sozialpädagogisch ausgebildetes Fachpersonal zu ermöglichen.

Inklusion in Bildungseinrichtungen ermöglichen und erleichtern

Als Pirat setze ich mich dafür ein, durch die Schaffung von zusätzlichen Personalstellen die Inklusion von Kindern mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen zu ermöglichen. Des Weiteren sollen diese Bemühungen um eine ganzheitliche Gesellschaft durch einfache aber effektive bauliche Maßnahmen weiter erleichtert werden. Langfristiges Ziel ist die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zu allen städtischen Bildungseinrichtungen im Kreis Coesfeld.

Kreis Coesfeld inklusiv - Alle inklusive

Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen ist eines meiner zentralen Ziele. Ich setze mich für eine Gesellschaft ein, die frei ist von Barrieren jeglicher Art. Eine Gesellschaft, in der sich Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Nationalität sowie körperlichen, psychischen, geistigen und sonstigen Unterschieden, frei von Diskriminierung und Stigmatisierung mit den gleichen Chancen entfalten können. Unsere Grundrechte sind die obersten Gesetze unserer Gesellschaft und dürfen nicht ausgehebelt werden, weder durch Gesetze noch durch gesellschaftliche Gepflogenheiten. Die  wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine umfassende Inklusion jedes Mitgliedes unserer Gesellschaft sind zu schaffen. Die persönliche Entfaltung jedes  Menschen muss unabhängig von wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Voraussetzungen möglich sein. Nur eine auf Inklusion zielende Politik verwirklicht das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit.
Ich werde gem. Art. 1 UN BRK den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderungen einfordern, fördern, schützen und gewährleisten und die Achtung der ihnen innewohnenden Würde fördern.

Aus gutem Grund:

BildDie Piratenpartei wird von vielen politischen Querein- steigern sowie interessierten und engagierten Bürgern getragen. Wir leben Basisdemokratie, daher wird unsere Politik nicht von oben herab diktiert. Deshalb ist unsere Arbeitsweise transparent und kommt ohne Machtgefüge aus. Die Teilnahme an Aktionen, im Wiki oder im Forum steht jedem offen – auch ohne Mitgliedschaft. Beteilige dich!

In eigener Sache:

Diese Website stellt in keinem Fall offizielle Aussagen von Verbänden, Parteien, Organisationen, Firmen oder Foren dar, in denen ich mitarbeite oder mit denen ich zusammenarbeite. Alle meine Beiträge stellen ausschließlich mein persönliche, private Meinung dar. - Rainer Wermelt